„Das beste Pferd im Stall“ – mein Weg zur Führungskraft, zum Business Coach und Pferdegestütztem Coach


Als erste weibliche Führungskraft unter 34 Männern zu überzeugen, fiel mir nach meiner Beförderung vom Kollegen zum Vorgesetzten äußerst schwer. Ich musste mich in einer Rolle zurechtfinden, auf die ich mich unzureichend vorbereitet fühlte. Ob das Nachahmen meines Chefs oder die Umsetzung von Führungswissen aus Fachlektüren – verschiedene Strategien schlugen fehl. Immer wieder geriet ich in Situationen, in denen ich das Gefühl hatte, Führungsaufgaben falsch anzugehen.

Mein erstes Jahr – endlos lang und von Schwierigkeiten geprägt

Entsprechend war mein erstes Jahr als Führungskraft auf Management-Ebene von Problemen und Differenzen geprägt. Als Chef eine Außenseiterrolle einzunehmen und nicht mehr Teil des Teams zu sein, machte mir zu schaffen. Ebenso das Gefühl unter kontinuierlicher Beobachtung zu stehen – von meinem Vorgesetzten, darüber stehenden Hierarchieebenen, Kollegen und Mitarbeitern.

Ein langer Lernprozess – richtig führen lernen

Das Thema Führung erwies sich als äußerst komplex. Meine theoretischen Vorstellungen vom Teamgedanken und gemeinsamer Stärke erwiesen sich in der Praxis als nicht praktikabel. Es genügte nicht, Vertrauen zu schenken und im Gegenzug Leistungen einzufordern. Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Charakteren forderten individuelle, auf ihre Persönlichkeit angepasste Führungsstile.

Meine Rettung – ein erfahrener Kollege

Als mich Gedanken an Flucht und Aufgeben erfüllten, fand ich in einem erfahrenen Kollegen einen Mentor. Seine Ratschläge gaben mir die Möglichkeit, MICH und mein SELBSTWERTGEFÜHL wiederzufinden. Ich erkannte, dass meine Stärken in Empathie, hoher sozialer Kompetenz, der Fähigkeit, Vertrauen zu schaffen sowie dem Erfassen und Behandeln von Menschen als Individuen lagen.

Mein Ziel – wieder mit Menschen zu arbeiten

Nach sieben lehrreichen Jahren erfolgte der Ausstieg – mit dem übergeordneten Ziel „mein eigener Chef zu sein“. Dies konnte ich durch eine glückliche Begegnung umsetzen und den Schritt in die Personalberatung nehmen. Drei Jahre arbeitete ich für einen kompetenten Personalberater. Pünktlich zur Weltwirtschaftskrise im Januar 2009 gründete ich mein eigenes Unternehmen Human Integral Personalberatung – ein lehrreicher Start.

Seitdem unterstütze ich namhafte Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen in der Auswahl und Besetzung von hoch spezialisierten, gefragten Fach- und Führungskräften. Besonders stolz bin ich darauf, dass mir meine Kunden, mit welchen ich schon seit vielen Jahren zusammenarbeite, das Vertrauen schenken, im gesamten Unternehmen – Top-down – Positionen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen erfolgreich besetzen zu dürfen. Meine Kunden attestieren mir ein hohes Maß an Urteils- und Einfühlungsvermögen hinsichtlich der Auswahl perfekt passender, zukünftiger Mitarbeiter. Die zufriedenen Kandidaten geben ein analoges Feedback.

Der nächste Schritt – die Ausbildung zum Business Coach

Die wiederkehrende Frage an mich persönlich von Kunden und Kandidaten nach Coaching war ausschlaggebend für das Absolvieren einer Ausbildung zum Business Coach. Mein Fazit: spannend, zu theoretisch, zu viele Werkzeuge. Zufällig stieß ich auf eine Weiterbildung zum Pferdegestützten Coaching. Ich zögerte und stellte mir die Frage: „Was kann ich als langjährige Pferdebesitzerin und ausgebildeter Coach mit langjähriger Erfahrung in der Selbständigkeit lernen?“ Ohne Motivation und Erwartungen machte ich mich auf den Weg, nicht ahnend, dass mich ein einzigartiges Erlebnis erwartete – als leidenschaftliche Pferdeliebhaberin letztlich eine Fügung des Schicksals. Trotz meiner Expertise, meiner Ausbildung und meiner Erfahrung lernte ich mehr als in sämtlichen, bisherigen Seminaren…

Pferdegestütztes Coaching – lernen durch unmittelbares Erleben

Ich lernte und „erlebte“ auf beeindruckende Art und Weise, dass das Coaching mit Pferden nicht auf fachliche Aspekte zielt, sondern auf die Ausstrahlung und Wirkung des Klienten und damit auf seine Wirksamkeit als Führungskraft. Alles das, worauf ich mich in meiner „Rolle“ als Führungskraft kurz vor meinem Ausstieg wieder zurückbesonnen habe. Nicht die fachlichen Aspekte machen aus dem besten Pferd im Stall automatisch die beste Führungskraft. Soft-Skills wie Vertrauen, Authentizität, Wertschätzung, die Fähigkeit zur Wahrnehmung sowie Gestik, Mimik, Sprache und Körperhaltung spielen die entscheidende Rolle.

Pferdegestütztes Coaching bietet Managern, Führungskräften und Potentials die Möglichkeit, von der Führungskraft zur FührungsPERSÖNLICHKEIT zu werden. Das Coaching schafft ein Gleichgewicht zwischen fachlichen und persönlichen Skills. Unsere Klienten lernen, was „führen“ wirklich bedeutet. Erlebnisse sorgen dafür, dass die Erkenntnisse des Pferdegestützten Coachings dauerhaft im Gedächtnis verbleiben und individuelle Kompetenzen langfristig erweitert werden.

Pferde handeln bzw. kommunizieren wertfrei und unabhängig von der Position des Klienten. Sie verdeutlichen diesem die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie eigene Ausstrahlung. Zentrale Coaching-Themen sind das Treffen von Entscheidungen sowie das Setzen von Grenzen. Es geht darum, das Selbstbewusstsein sowie die Erwartung in die eigene Selbstwirksamkeit unserer Klienten zu stärken und das Vertrauen in sich selbst sowie andere zu lernen bzw. zu validieren. Nicht vernachlässigt werden der Umgang mit Druck und Stress.

Unsere Klienten erhalten im Rahmen des Business Coachings mit Pferden ein wertfreies und ehrliches Feedback hinsichtlich ihrer Authentizität, ihrer Kommunikation und ihres Führungsverhaltens. Dies gibt ihnen die Möglichkeit zur Selbstreflexion. Mein Ziel ist es, unseren Klienten ein zeitgemäßes Verständnis von Führung zu vermitteln – Natural Leadership basierend auf Vertrauen, Wertschätzung und Respekt.

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